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Presse

mt 04112021

mep20 10 2021

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Schweben wie ein Fisch: Zum ersten Mal Tauchen mit dem TC Hydra
Von Lili Maffiotte
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Fische gibt es nicht im Linus-Bad in Lingen, aber das Schnuppertauchen vom TC Hydra ist eine gute Möglichkeit, um den Sport auszuprobieren. Lili Maffiotte (links) hat es versucht und wurde dabei von Carolin Friese nicht aus den Augen gelassen.

 

 

 

 

 

 

 

Schweben wie ein Fisch: Zum ersten Mal Tauchen mit dem TC Hydra
Reportage aus Lingen
Lingen. Das alte Atomkraftwerk in Lingen hat dem Tauchclub Hydra viele Mitglieder in den Verein gespült. Denn mit dem AKW wurde auch das Speicherbecken Geeste gebaut - das "Hausriff" des Vereins, der 50 Jahre alt wird.
Klein ist der Verein schon lange nicht mehr. Er gehört mit seinen rund 200 Mitgliedern zu den fünf größten in Niedersachsen. Das liegt nicht nur am Speicherbecken in Geeste direkt vor der Haustür, sondern auch am Schnuppertauchen, zu dem der Verein einmal im Jahr ins Linus-Bad in Lingen einlädt. Wenn nicht gerade wegen einer Pandemie ein großer Teil des Vereinslebens ins Wasser fällt.

Yves-Rando Diek ist seit 1999 im Tauchclub Hydra Lingen. In diesem Jahr hat er den Vorsitz übernommen. bild2
"Das war keine leichte Zeit", sagt Yves-Rando Diek. Er ist der Vorsitzende des TC Hydra. Seit 1999 ist er im Verein und wenn der blonde Hüne vom Tauchen erzählt, dann ist das Faszination pur. Rund 50 Teilnehmer haben sich zum Schnuppertauchen im Schwimmbad Linus angemeldet. Ich bin einer von ihnen. Das Equipment stellt der Verein, also kann jeder teilnehmen, der fit ist. "Gut zehn Teilnehmer vom Schnuppertauchen beginnen bei uns mit dem Tauchschein", sagt Diek, der mit seinem roten Polohemd am Beckenrand steht und zusammen mit Peter Friese alle Teilnehmer schriftlich registriert. Dabei geht es nicht nur um Corona, sondern auch um Sicherheit.


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Taucherbrille und Druckausgleich
Vorbei an den Kisten mit Flossen, Tauchbrillen und den Vereinsmitgliedern, die hilfreich überall mit anpacken. Martin Tykfer wartet. Er übernimmt die technische  Einweisung. Ich sitze mit zwei Pärchen auf der warmen Kachelbank und Tykfer erklärt, woran ich eine passende Taucherbrille erkenne oder warum der Druckausgleich für die Ohren so wichtig ist.

Martin Tykfer war beim Schnuppertauchen im Linus der "Erklärbär": Er hat den Anfänger gezeigt, wie das Jacket funktioniert und warum der Druckausgleich wichtig ist.
Hinter ihm sind schon die ersten Tauchlehrer im Becken. Entspannt dümpeln sie an der Wasseroberfläche und warten auf ihre "Schützlinge". Spannender ist es bestimmt im Speicherbecken. "Wenn man so will, war das Atomkraftwerk für uns ein Glücksfall, weil wir so unser Hausriff bekommen haben", erzählt Vorsitzender Diek. Vorher gingen die Vereinsmitglieder unter anderem im Papenburger Kanal, im Wachendorfer Baggersee oder in der Ems ins Wasser. Im Speicherbecken, sagt Diek, gibt es viel Fisch. "Barsche, aber auch Aale und Flusskrebse sind da unterwegs. Sogar Hecht und Zander." Und ein Segelboot, dass die Vereinsmitglieder versenken durften, weil es der Eigentümer nicht mehr haben wollte.

Tauchclub Hydra Lingen
50. Geburtstag
Wasser und Neptun das passt. Deshalb ist der Gott der Meere am kommenden Samstag, 16. Oktober, gegen 17 Uhr am Speicherbecken, um die neuen Taucher des Vereins zu taufen. In Seetang gehüllt entsteigt er mit seinem Dreizack dem Wasser und hat seine Wassernixe dabei. Jeder Täufling bekommt von ihm einen Tauchernamen. Und Neptun selbst bekommt in diesem Jahr zum Jubiläum ein neues Outfit.
Nichts von dem gibt es im Becken des Linus. Bevor die Schnuppertaucher da rein dürfen erklärt Tykfer, was es mit dem Jacket auf sich hat. Luft rein, Knopf drücken, Luft raus, anderen Knopf drücken. Diese spezielle Weste lässt mich im Wasser schweben wie ein Fisch - der hat aber eine Schwimmblase. Austarieren ist das Zauberwort. Und weil es mit Worten unter Wasser nicht klappt, zeigt er auch gleich, wie sich Taucher unter Wasser verständigen. Vier Zeichen sollen wir uns merken: alles okay, runter- oder auftauchen und: Es geht solala.
Verständigung unter Wasser ist wichtig. Luft auch. 200 bar Luft steckt in der Flasche. Früher füllte Feuerwehr der Erdölraffinerie in Holthausen die Flaschen der Hobbytaucher, bis sie dann einen eigenen Kompressor hatten.  

Bevor es abwärts geht, erklärt Carolin Friese (rechts), was unter Wasser passieren wird. Sie klopft bei Lili Maffiotte auch die Zeichensprache der Taucher ab.
Um beim Tauchen im Becken klar zu kommen, reicht das, was Tykfer uns erklärt hat. Wer einen Tauschschein machen möchte, der muss mehr Stunden absolvieren - in Theorie und in der Praxis. Aber wir sollen einen ersten Eindruck bekommen: Ist das überhaupt etwas für mich? Die Taucherbrille klebt an meinem Gesicht. Passt. Ab an den Beckenrand. Flossen an. Vor mir wartet Carolin Friese. Mein Buddy. Mein Backup. Während sie redet, bekomme ich das schwere Jacket auf den Rücken geschnallt - samt Luftflasche und allem anderen, dass mich unter Wasser klarkommen lässt. Spucken gehört sich nicht, aber ich soll. Rein in die Maske, damit sie nicht beschlägt. Und ab mit mir ins Wasser. Versinken kann ich nicht. Ich habe nicht nur Luft auf dem Rücken, sondern auch in der Weste.


Das andere Okay-Zeichen
bild5Carolin klopft noch einmal ab, was ich von der Einweisung behalten habe. Sicher ist sicher. Ich habe derweil den Kopf halb unter Wasser, atme über das Mundstück und höre ihr zu. "Wollen wir untertauchen?", fragt sie. Ich nicke. Durchgefallen. Ich muss ihr das Okay-Zeichen geben. Na, das fängt ja gut an. Sie nimmt mich trotzdem mit. Abwärts in die blaue Welt, die das Schwimmer-Becken des Linus ist. Wo auf der anderen Beckenseite die Lampen brennen. Da wollen wir hin. Meine rechte Hand bleibt an der Nase. Druckausgleich. Carolin fragt, ob alles okay ist und ich begebe mich buchstäblich in ihre Hände. Zumindest in eine, die reicht sie mir und wir gleiten los.

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Carolin Friese (rechts) erkundigt sich bei Lili Maffiotte nach dem Auftauchen ein letztes Mal, ob alles in Ordnung ist und wie es war.
Wir bleiben auf der flachen Seite des Beckens. Wieder Druckausgleich. Es pfeift in meinen Ohren, was gut ist. Ganz langsam bewegen wir uns in die Beckenmitte. Caroline ist auf mich fixiert, sie lässt mich nicht einen Moment aus den Augen. Ich versuche an alles zu denken, was ich kurz vorher gelernt habe. Vorsichtiger Beinschlag. Aber nicht wie ein Frosch. Und meine Arme brauche ich eigentlich auch nicht. Anfänger erkennt man beim Tauchen wahrscheinlich daran, dass sie mit ihren Händen nicht viel anzufangen wissen. Sie paddeln im Wasser umher, während die Profis sie einfach vor ihrer Brust ineinander gekreuzt halten. Carolin zeigt es mir. Ich grinse in mich hinein.
Ich fühle mich weder unsicher noch ängstlich. Aber ich habe Respekt, Wasser ist nicht mein Element. Ich weiß, dass der Tauchsport im Laufe der vergangenen Jahrzehnte viel sicherer geworden ist. Früher, so erzählt Yves-Rando Diek, musste der Taucher abschätzen, wie viel Luft er noch in der Flasche hat. "Das hat man auch daran gemerkt, dass der Widerstand beim Luftziehen größer wurde." Er lächelt und erzählt weiter, dass es dann noch eine kleine Reserve Luft gab. "Ungefähr für eine Viertelstunde." Heute gibt es Tauchcomputer am Handgelenk, einen Finimeter, der die Luft misst. Und noch vieles mehr.

 

 

bild6Ein Finimeter zeigt dem Taucher, wie viel Luft noch in der Flasche ist.
Ich drehe mich, schaue anderen Anfänger bei ihren Versuchen unter Wasser zu. Druckausgleich. Immer wieder. Irre. Diese lauten Geräusche, die ich beim Aus- und Einatmen produziere, dicke Blasen, die an meiner Brille vorbeiperlen. Aber ich atme. Unter Wasser. Und ich schwebe. Wie ein Fisch. Für einen Moment vergesse ich sogar, dass das Wasser mir viel zu kalt ist. Das ist Faszination die Tauchen.

 

 

 

 

 

 

 

Kontakt
Kontakt zum TC Hydra
•    Tauchclub Hydra Lingen
•    Fledderbergstraße 17
•    49808 Lingen (EMS)
•    Telefon: 0591 595 55
•    E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
•    Homepage: www.tc-hydra-lingen.de

Große 24-Stunden-Aktion
Taucher holen 70 Kilogramm Müll aus dem Speicherbecken Geeste

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Geeste. 70 Kilogramm Müll haben die Taucher des Tauchclubs Hydra Lingen aus dem Speicherbecken Geeste rausgeholt und neben normalen Verpackungsmüll kuriose Dinge zu Tage gefördert.

Unnatürliche Lichterscheinungen waren am vergangenen Freitag im Speicherbecken Geeste zu sehen. Es waren keine Irrlichter. Vielmehr hatten die hell strahlenden Unterwasserlampen einen handfesten, Umwelt schützenden Hintergrund.

Rund 50 Taucher im Einsatz

Um 18 Uhr waren die ersten Mitglieder des Tauchclubs Hydra Lingen mit Neoprenanzügen und Atemreglern in das Speicherbecken Geeste eingetaucht. Sie waren die ersten von rund 50 Tauchern, die in einer großen 24-Stunden-Aktion den See im Bereich der Badebucht am Restaurant Deichkrone von Unrat und Müll befreien wollten.

24stunden

Glücklich präsentieren die beiden Tauchbuddys die Ausbeute ihrer Suchaktion.

Bereits seit einigen Jahren führt der Tauchclub Hydra eigenen Angaben zufolge in seinem Hausgewässer jährlich Seesäuberungsaktionen durch. Die Mitglieder setzen sich so vor Ort intensiv für den Umweltschutz ein, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins. Im Rahmen des 50-jährigen Vereinsjubiläums sollte das Seesäubern durch eine coronakonforme 24-Stunden-Aktion deutlich Aufmerksamkeit erzeugen.

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